Gefängnis und die Folgen


Projektdauer

7/1997 - 12/2003

ProjektmitarbeiterInnen

Prof. Dr. Werner Greve (Projektleitung)
Dr. Mechthild Bereswill
Dr. Dirk Enzmann
Dr. Daniela Hosser

StipendiatInnen:
Dipl.-Psych. Stefan Suhling
M.A. päd. Almut Koesling

StipendiatInnen:
Dipl.-Psych. Stefan Suhling
M.A. päd. Almut Koesling

Kooperationspartner

Volkswagenstiftung 

Projektbeschreibung

Kriminalpolitischer Ausgangspunkt der Studie waren die vielfach belegten hohen Rückfallquoten von zu Gefängnis verurteilten Straftätern, die im Jugendbereich deutlich über dem Erwachsenen-bereich liegen. Brisanz und Aktualität hat das Projekt außerdem durch die in den letzten Jahren stark zunehmende Überfüllung der Jugendstrafanstalten in Deutschland erfahren. Wissenschaftlicher Ausgangspunkt war das weitgehende Fehlen evaluativer Längsschnittstudien für diese drastische Form der Intervention bei delinquenten und kriminellen Jugendlichen und Heranwachsenden. Dieses Defizit ist generell, vor allem aber aus juristischer Sicht, bedenklich, denn im deutschen Jugendstrafrecht stellt (anders als im allgemeinen Strafrecht) die pädagogische Wirksamkeit die explizite Rechtfertigung der Strafsanktion dar.

Die wissenschaftlichen Arbeiten der ersten Projektphase fokussierten vor allem die Entwicklungsfolgen einer Haftstrafe für die betroffenen Personen, etwa im Hinblick auf die Entwicklung und Veränderung von Selbstbild und Identität, die aktuelle und weitere soziale Einbindung, Konflikt- und Bewältigungsressourcen, das psychische Befinden, Suchtverhalten, persönlichen Lebensziele, Persönlichkeitsveränderungen und Normorientierung. Entwicklungen und Veränderungen in den genannten Bereichen wurden in Beziehung zur Rückfallwahrscheinlichkeit und dem (kriminellen) Handeln nach der Entlassung gesetzt. In 43 Fällen wurden außerdem biographische Prozesse rekonstruiert und in 30 dieser Fälle die weitere biographische Entwicklung untersucht.

Die Befragung wurde in fünf norddeutschen Jugendstrafanstalten (aus Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Hamburg) sowie in Kooperation mit Ansprechpartnern der Bewährungshilfe in mehreren Bundesländern durchgeführt. Befragt wurden jugendliche und heranwachsende erstinhaftierte deutsche Straftäter zwischen 14 und 24 Jahren. Im quantitativen Ansatz wurden querschnittliche, quersequentielle und längsschnittliche Designs kombiniert. Ziel war es, die Effekte einer Hafterfahrung möglichst unabhängig von den übrigen Bedingungen devianten und kriminellen Handelns Jugendlicher zu identifizieren. Im Mittelpunkt der qualitativen Untersuchung stand die Bewältigung einer ersten Haftstrafe im Kontext der Biographien männlicher Jugendlicher und Heranwachsender. Theoretisch wurden hier institutionenspezifische, biographietheoretische und geschlechtsbezogene Ansätze integriert.



Ausführliche Projektbeschreibung (downloadbar als PDF)