Forschungsbericht zu reisenden Tätern des Wohnungseinbruchs veröffentlicht

Das KFN hat von April 2016 bis Mai 2017 ein Forschungsprojekt zum Phänomen der reisenden und zugereisten Einbruchstäter durchgeführt. Im Rahmen der Forschung wurden 30 Interviews mit inhaftierten Einbruchstätern geführt, die kurzzeitig nach Deutschland kamen um Einbrüche zu begehen (sogenannte reisende Täter) und solchen, die nach kurzer Zeit nach ihrem Zuzug nach Deutschland Einbrüche begingen (sogenannte zugereiste Täter). Bei den Interviewpartnern handelt es sich um verurteilte erwachsene Täter, die mehrjährige Haftstrafen verbüßen. Die Interviews wurden deutschlandweit in Justizvollzugsanstalten geführt.

Die Forschung belegt, dass Einbrecher aus dem Ausland nicht nur in fest organisierten Banden vorgehen. Neben Alleintätern gibt es vielmehr eine große Bandbreite loser Bekanntschaftsbeziehungen, aus denen heraus in wechselnder Konstellation je nach Gelegenheit Einbrüche begangen werden. „Dabei zeigen sich auch Strukturen in Deutschland als relevant, insofern Täter aus dem Ausland meist schnell Anschluss an ein (klein-)kriminelles Milieu vor Ort finden“, sagt Gina Rosa Wollinger, die Projektleiterin der Studie. Ebenso werden innerhalb Deutschlands auch häufig Möglichkeiten zum Absetzen des Diebesgutes genutzt. Eine schnelle „Beuteverwertung“ verringert für die Täter das Entdeckungsrisiko. „Ein niedriges Entdeckungsrisiko ist für Täter aus dem Ausland ebenso wichtig wie für deutsche Täter. Aus diesem Grund nutzen die Täter gern schlecht gesicherte Türen und Fenster, welche leicht aufzuhebeln sind oder ganz klassisch das gekippte Fenster“, erklärt Gina Rosa Wollinger. Die Erkenntnisse in Bezug auf wirksame
Präventionsmaßnahmen decken sich somit mit der polizeilichen Empfehlungspraxis: Zusätzliche Tür- und Fenstersicherungen sowie die eigene Abwesenheit verbergen und Fenster beim Verlassen der Wohnung schließen, schrecken Täter ab.

 

Download Pressemitteilung Reisende Täter (PDF)

Download KFN Forschungsbericht Nr.133 (PDF)

Projektseite Reisende Täter des Wohnungseinbruchs