Kriminalität und Gewalt im Leben alter Menschen

Projektzeitraum

2004 – 2007

Projektmitarbeiter

Dr. Thomas Görgen (Projektleitung)

Dr. Sandra Herbst

Finanzierung

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Kooperationspartner

Prof. Dr. W. Greve, Universität Hildesheim

Prof. Dr. C. Tesch-Römer, Deutsches Zentrum für Altersfragen

Projektbeschreibung

Die Untersuchung zu Viktimisierungserfahrungen älterer Menschen in alltäglichen Wohn- und Lebensumfeldern knüpfte in Teilen an die 1992 vom KFN durchgeführte Opferstudie an. Sie sollte mit dem zeitlichen Abstand von mehr als einem Jahrzehnt Vergleichsdaten erbringen und setzte zugleich inhaltlich wie methodisch neue Akzente. Insbesondere kam nun der Thematik von Gewalt- und Opferfahrungen in häuslichen Pflegebeziehungen große Bedeutung zu. Die Studie beschränkte sich – im Hinblick auf die in vieler Hinsicht hochspezifische Problematik im Bereich der stationären Pflege – auf Personen, die in Privathaushalten leben. Das Projekt bestand aus zwei methodisch voneinander differenzierten, dabei inhaltlich aufeinander bezogenen Teilstudien.

Modul 1 “Viktimisierungserfahrungen, Sicherheitsgefühl und Kriminalitätsfurcht in Privathaushalten lebender Personen in alltäglichen Wohn- und Lebensumfeldern” schließt in modifizierter Form und unter stärkerer Einbeziehung hochaltriger Personen an die KFN-Opferbefragung 1992 an. Die Datenerhebung wurde als Kombination eines standardisierten face-to-face-Interviews mit einer schriftlichen drop-off-Befragung (letztere mit Schwerpunkt auf Opfererfahrungen im sozialen Nahraum) durchgeführt. Über die Erhebung aktueller Prävalenzdaten hinaus zielte die Befragung vor allem auf die Analyse von Risiko- und Schutzfaktoren, Aspekte der Bewältigung von Viktimisierungserfahrungen sowie auf kriminalitätsbezogene Wahrnehmungen, Risikoeinschätzungen und Ängste und deren Konsequenzen für die alltägliche Lebensgestaltung sowie für individuelle Opferwerdungsrisiken ab.

Modul 2 “Viktimisierungserfahrungen im Kontext häuslicher Pflege” griff mit starkem Akzent auf qualitativen Verfahren die mittels standardisierter Befragungen nur begrenzt zugängliche Thematik der Misshandlung und Vernachlässigung von Menschen auf, die zu Hause von Angehörigen bzw. ambulanten Diensten gepflegt werden. Das Untersuchungsdesign sah eine methodische Doppelstrategie vor, welche qualitativ orientierte Interviews mit an häuslichen Pflegearrangements an zentraler Stelle beteiligten Personen (Pflegebedürftigen, familiären Pflegepersonen, MitarbeiterInnen ambulanter Pflegedienste) um eine standardisierte schriftliche Befragung von Pflegenden ergänzte.

Die primär in das Dunkelfeld abzielenden Befragungen wurden mit ergänzenden Analysen der Opferwerdung älterer Menschen anhand von Kriminalstatistiken und Akten einschlägiger Instanzen verknüpft.

Projektbezogene Publikationen