Mediennutzung und Strafbedürfnisse

Über die mediale Kriminalitätsrekonstruktion und ihre Auswirkungen auf Kriminalitätswahrnehmung und Strafzumessungswünsche in der Bevölkerung

 

Projektzeitraum

laufend

Projektmitarbeiter

PD Dr. Thomas Mößle

Prof. Dr. Christian Pfeiffer

Sören Kliem

Dr. Florian Rehbein

Finanzierung

Eigenmittel

Projektbeschreibung

Nach 2004, 2006 und 2010 hat das KFN im Jahr 2014 bereits zum vierten Mal eine bevölkerungsrepräsentative Befragung durchgeführt, in deren Fokus die Einschätzung der Kriminalitätsentwicklung in Deutschland, die Kriminalitätsfurcht und die Strafeinstellungen standen. Mit der Wiederholungsbefragung lassen sich einerseits Entwicklungstrends im Bereich dieser Wahrnehmungen und Einstellungen aufzeigen. Andererseits geht es darum, die Bedingungsfaktoren von Strafeinstellungen zu identifizieren. Dem Medienkonsum kommt hier, wie die bisherigen Studien zeigen konnten, eine herausgehobene Bedeutung zu. So zeigt die Auswertung der ersten drei Befragungen, dass die Nutzung von Boulevardzeitungen und Nachrichtensendungen privater TV-Stationen mit einer höheren Punitivität einhergeht, wohingegen Leser von deutschlandweiten Qualitätszeitungen weniger punitiv eingestellt sind als Nicht-Leser. Diese Zusammenhänge gelten unter Kontrolle relevanter Drittvariablen. Darüber hinaus machen die Ergebnisse deutlich, dass die Bevölkerung zwar die Kriminalitätsentwicklung stark überschätzt, die Überschätzung aber von 2004 bis 2010 zurückgegangen ist.

In der aktuellen Befragung des Jahres 2014 wurden neue Einflussfaktoren von Strafeinstellungen wie z.B. Religiosität oder Empathie berücksichtigt. Einen weiteren Baustein der Analyse des Zusammenhanges von Mediennutzung und Punitivität bildet darüber hinaus die Analyse von Kriminalitätsdarstellungen in den Medien. Hierfür werden einerseits Inhaltanalysen von Zeitungsartikeln durchgeführt. Andererseits wird auch die Fernsehnutzung der Befragten am Vortag mit einer Analyse dieser Sendungen verknüpft.

Projektbezogene Publikationen