Radikalisierung im digitalen Zeitalter (RadigZ)

Risiken, Verläufe und Strategien der Prävention

Projektzeitraum

15.02.2017 – 14.02.2020

Projektmitarbeiter

Prof. Dr. Thomas Bliesener

Dr. Dominic Kudlacek

Dr. Nadine Jukschat (Projektleiterin)

Finanzierung


Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Förderung zum Themenfeld „Zivile Sicherheit – Aspekte und Maßnahmen der Terrorismusbekämpfung“ innerhalb des Programms „Forschung für die zivile Sicherheit 2012 – 2017“

Kooperationspartner

Verbundpartner:

  • Deutsche Hochschule der Polizei, Fachgebiet Kriminologie und interdisziplinäre Kriminalprävention (DHPol – Prof. Dr. Thomas Görgen)
  • Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Lehrstuhl für Gesundheit und Prävention (GGP – Prof. Dr. Silke Schmidt, Dr. Edzard Glitsch)
  • Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Lehrstuhl für Kriminologie, Strafrecht, Strafprozessrecht und vergleichende Strafrechtswissenschaften (GKS – Prof. Dr. Stefan Harrendorf)
  • Friedrich-Schiller-Universität Jena, Institut für Psychologie, Abteilung für Forschungssynthese, Intervention und Evaluation sowie Kompetenzzentrum Rechtsextremismus (FSU – Prof. Dr. Andreas Beelmann)
  • Georg-August-Universität Göttingen, Lehrstuhl für Strafrecht und Kriminologie (GAU – Prof. Dr. Katrin Höffler)
  • Leibniz Universität Hannover, Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht und Kriminologie (LUH – Prof. Dr. Bernd-Dieter Meier)
  • Universität zu Köln, Institut für Kriminologie (IfK – Prof. Dr. Frank Neubacher M.A., Dr. Nicole Bögelein)

Assoziierte Partner:

  • Ministerium für Inneres und Kommunales Nordrhein-Westfalen
  • Ministerium für Inneres und Sport Mecklenburg-Vorpommern, Abteilungen II 4 und II 5 (Polizei und Verfassungsschutz)
  • Landeskriminalamt Mecklenburg-Vorpommern
  • Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern
  • Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern
  • Deutscher Präventionstag
  • Bundesministerium des Innern – Arbeitsgruppe ÖS II 2 – Internationaler Terrorismus und Extremismus
  • Niedersächsisches Ministerium für Inneres und Sport
Projektbeschreibung

Ziel des vom KFN geleiteten Verbundprojekts „Radikalisierung im digitalen Zeitalter – Risiken, Verläufe und Strategien der Prävention (RadigZ)“ ist es, unterschiedliche Präventionsansätze und Handlungsempfehlungen zu erarbeiten, die sich auf entwicklungsbezogene Radikalisierungsprozesse beziehen und die Gefährdungspotentiale des Internets als zentrales Verbreitungsmedium extremistischer Ideologien in besonderer Weise berücksichtigen. Neben einer vertieften Analyse der Wirkungen von internetbasierter Propaganda sowie der Identifikation vulnerabler Gruppen und Personen ist daher die Entwicklung zielgruppenspezifischer Schutzmaßnahmen das zentrale Anliegen des Projekts. Dies soll insbesondere durch eine kritische Analyse bereits bestehender Präventionsbemühungen sowie durch an Radikalisierungsprozessen orientierte und neu entwickelte Präventionsmaßnahmen geschehen. Das Projekt adressiert dabei unterschiedliche extremistische Ideologien.

Den Schwerpunkt der inhaltlichen Arbeiten des KFN bildet die Ermittlung des Gefahrenpotentials für Radikalisierung unter jungen Menschen in Deutschland sowie die Identifikation besonders vulnerabler Gruppen. Ziel ist es, belastbare statistische Kennzahlen zu erzeugen, aus denen hervorgeht, wie viele Menschen von Radikalisierungsprozessen betroffen sind und/oder in Zukunft betroffen sein könnten. Radikalisierung wird im Rahmen des Projektes als Prozess verstanden, der von einer Vielzahl psychologischer und sozialer Faktoren bestimmt wird. Folglich lassen sich belastbare Kennzahlen zum Ausmaß der Gefährdung am besten durch eine quantitative Mehrthemenbefragung erzielen. Geplant ist daher, die Akzeptanz ideologisch fundierter Gruppengewalt und mögliche autoritäre Einstellungen zu erfassen sowie zugleich das soziale Umfeld der Befragten zu beleuchten. Konkret sollen Schüler und Studierende an verschiedenen Standorten befragt werden.

Darüber hinaus beteiligt sich das KFN an den Arbeitsschwerpunkten anderer Partner. Im Rahmen des vom IfK verantworteten Teilvorhabens zur Biografie- und Netzwerkanalyse zu (De‑)Radikalisierungsverläufen etwa führt das KFN biografische Interviews mit Rückkehrern aus Syrien bzw. mit Personen, die der salafistischen/jihadistischen Szene angehören/angehörten und analysiert diese mit Hilfe rekonstruktiver Verfahren mit besonderem Fokus auf die Übergänge zwischen der Online- und der Offlinewelt.

Hervorzuheben ist daneben die KFN-Beteiligung an den Teilvorhaben des GKS und der DHPol, die ihren Schwerpunkt auf die Analyse internetbasierter Propaganda resp. von Aufrufen zu extremistischen Gewalthandlungen und Straftaten über das Internet legen. Die von den Projektpartnern adressierten Analysen des extremistischen Onlinematerials ergänzt und vertieft das KFN, indem es insbesondere die visuellen Inszenierungen in den Blick nimmt. Mit rekonstruktiven Methoden soll untersucht werden, welche latenten Botschaften in extremistischen Onlinemedien über Bilder, Videos und Texte – gerade auch in ihrer Kombination – vermittelt werden und wie auf kommunikative Weise in diesen Medien Gruppenzugehörigkeiten hergestellt werden.