Rockerkriminalität

Projektdauer

01.01.2017 – 31.12.2019

ProjektmitarbeiterInnen

Bettina Zietlow (Projektleiterin)

Ina Klopp (wissenschaftliche Mitarbeiterin)

Philipp Müller (wissenschaftlicher Mitarbeiter)

Finanzierung

eu

Projektbeschreibung

Die Rockerszene ist in Deutschland seit der Jahrtausendwende deutlich gewachsen. In Deutschland gelten der Hells Angels Motorcycle Club (MC), der Bandidos MC, der Gremium MC und der Outlaws MC als die führenden Rockergruppierungen. Insbesondere zwischen Hells Angels und Bandidos entwickelte sich eine bundesweit ausgetragene Dauerfeindschaft. Aktuell streben mindestens zwei weitere rockerähnliche Gruppierungen, Satudarah MC (in Europa) und die Osmanen Germania, ins Feld. Mit der starken zahlenmäßigen Zunahme der Rockerclubs und der intensiveren Konkurrenz ist auch ein deutlicher Anstieg an Verfahren, die im Zusammenhang mit Rockergruppierungen und Organisierter Kriminalität stehen, zu verzeichnen. Durch die immer wieder auch offen ausgetragenen Macht- und Revierkämpfe wird zudem das Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung erheblich erschüttert.

Das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen untersucht seit dem 01.01.2017 im Rahmen des Forschungsprojekts das Thema „Rockerkriminalität“ mit folgenden Zielen:

– Umfassende Untersuchung des Phänomens

– Analyse der polizeilichen und juristischen Maßnahmen

– Entwicklung von Präventionsansätzen.

Schwerpunkte sind dabei die Rockerclubs an sich, die Opfer von Rockerkriminalität, die Schwierigkeiten im Rahmen der Strafverfolgung und die Wirksamkeit von Vereinsverboten. Mit den erarbeiteten Forschungsergebnissen soll dazu beigetragen werden, die Arbeit von Polizei und Justiz gegenüber dieser spezifischen Form von Organisierter Kriminalität noch effektiver zu gestalten. Das Forschungsprojekt bietet die Chance, neue Ansätze der Prävention auf nationaler und internationaler Ebene aufzuzeigen und Politik sowie Öffentlichkeit für diesen Deliktsbereich zu sensibilisieren. Finanziert wird das Projekt aus Mitteln des Fonds für Innere Sicherheit durch die Europäische Union.

Innerhalb der Untersuchung werden national und international Experteninterviews geführt. Zudem wird eine Analyse von Strafverfahrensakten sowie von allen Verbotsverfahren innerhalb Deutschlands vorgenommen. Des Weiteren werden qualitative Befragungen von Opfern und weiteren Beteiligten durchgeführt. Abschließend werden alle Ergebnisse zusammengeführt und in einem Expertenworkshop mit nationalen und internationalen Akteuren erörtert.

KFN-Pressemitteilung Rocker