Tötungsdelikte an 6-13jährigen Kindern

Projektzeitraum

09/2014 – 12/2016

ProjektmitarbeiterInnen

Monika Haug (Projektleitung ab 11/2015)
Anja Schubert (stud. Hilfskraft)

Ehemalige:
Dr. Ulrike Zähringer (Projektleitung bis 10/2015)

Finanzierung

Fritz Thyssen Stiftung sowie Eigenmittel

Kooperationspartner

Prof. Dr. Theresia Höynck (Universität Kassel, Institut für Sozialwesen, Fachgebiet Recht der Kindheit und der Jugend)

Projektbeschreibung

In den vergangenen Jahren haben Tötungsdelikte an Kindern in der Öffentlichkeit immer wieder große Betroffenheit verursacht und zu teils heftigen Diskussionen über die Hintergründe dieser Taten, den Umgang mit den Täterinnen und Tätern solcher Delikte sowie zu möglichen Präventionsstrategien geführt. Dennoch liegen bislang kaum aussagekräftige Befunde zu dieser Problematik vor: Die verfügbaren amtlichen Daten lassen nicht einmal erkennen, wie viele Kinder genau welchen Alters in welchen Zeiträumen getötet wurden, die vorhandenen Forschungsbefunde beziehen sich durchweg auf kleinere selektive Stichproben und liefern von daher kein umfassendes Bild des Phänomens. Genaue Erkenntnisse zu Erscheinungsformen und Entwicklungen sind aber notwendig, um Präventionsstrategien sowie Maßnahmen der Tatentdeckung und Tataufarbeitung zu optimieren.

Das Erkenntnisinteresse der Studie, die ein Anschlussprojekt des KFN-Forschungsprojekts zu Tötungsdelikten 0-5jährigen Kindern darstellt, hat daher mehrere Schwerpunkte: Erstens gilt es, verlässliche Daten zum Erscheinungsbild von Tötungsdelikten an Kindern zu erlangen. Zweitens sollen Ursachen, Entstehungs-bedingungen und Risikofaktoren ermittelt und diese – drittens – daraufhin analysiert werden, welche Folgerungen sich aus ihnen für die Prävention der Tötung von Kindern ergeben. Parallel zu diesen Fragestellungen werden – viertens – Entdeckung, Aufklärung und strafrechtliche Aufarbeitung von Tötungen an Kindern untersucht. Dafür sollen die Strafverfahrensakten zu bundesweit allen Fällen vorsätzlicher, vollendeter Tötungsdelikte an Kindern im Alter von 6-13 Jahren für den Zeitraum 1997-2012 ausgewertet werden, gemäß der Polzeilichen Kriminalstatistik handelt es sich um 518 Fälle.