Veranstaltungen

Seit Februar 2017 veranstaltet das KFN das kriminologische Kolloquium. Im Rahmen dieser Veranstaltungsreihe berichten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Disziplinen über aktuelle Befunde kriminologischer Forschung. Das Kolloquium richtet sich nicht nur an Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft und einschlägiger Praxis, sondern an die gesamte Öffentlichkeit.

Zu den Vorträgen und anschließenden Diskussionen sind daher alle Interessierten herzlich eingeladen.

Wann? Jeden ersten Dienstag im Monat, 18.00 bis ca. 19.30 Uhr
Wo?   Im Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen e.V., Lützerodestr. 9, 30161 Hannover


Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung der Teilnahme per Mail oder Telefon (0511/34836-0) ist erwünscht, jedoch nicht obligatorisch.

Bisherige Themen:

  • Wie gerecht sind unsere Städte? Urbane (Un)Sicherheiten und die Verteilungsgerechtigkeit kommunaler Kriminalprävention (Dr. Tim Lukas)

    Sicherheit und Unsicherheit sind für die Bewohner_innen unserer Städte nicht gleich verteilt: Während einige Stadtviertel als relativ sicher gelten, sind andere vergleichsweise unsicher; manche Menschen können sich aufwendige Einbruchsicherungen leisten, andere müssen sich mit dem Abschließen der Wohnungstür begnügen. Sicherheit steht insofern in einem engen Zusammenhang mit sozialer und sozialräumlicher Ungleichheit.

    Im Verbundprojekt VERSS werden objektive und subjektive (Un-)Sicherheiten in den Städten Stuttgart und Wuppertal untersucht. Dabei interessiert: Wie wirken sich die großen wirtschaftlichen und sozialen Unterschiede zwischen beiden Städten auf die kriminalitätsbezogene Unsicherheit und die sozialen und ökonomischen Ängste der Bevölkerung aus? Führen sozialstrukturelle Bedingungen von Nachbarschaften zur Stärkung des Sicherheitsempfindens in Städten?

    Dr. Tim Lukas vom Lehrstuhl für Bevölkerungsschutz, Katastrophenhilfe und Objektsicherheit an der Bergischen Universität Wuppertal stellt die empirischen Befunde einer in beiden Städten durchgeführten Bevölkerungsbefragung vor und gibt Ausblicke auf die entwickelten Leitlinien für eine gerechtere Verteilung von Sicherheit in der Stadt. (04. April 2017)

  • „Warum ich ins Gefängnis gekommen bin? Ich bin schwarzgefahren“ – Ersatzfreiheitsstrafe und soziale Ungleichheit aus Sicht von  Vollstreckern und Verurteilten (Dr. Nicole Bögelein)
    84 Prozent aller Strafen sind Geldstrafen. Etwa jeder 12. Verurteilte kann diese nicht bezahlen und verbüßt stattdessen eine Ersatzfreiheitsstrafe. Dabei sind die meisten, die eine Ersatzhaft antreten, lediglich schwarzgefahren oder haben kleinere Vermögensdelikte begangen. Die Betroffenen stehen dabei eher am gesellschaftlichen Rand: Ersatzfreiheitsstrafer weisen häufiger psychische Störungen auf, viele konsumieren legale und illegale Drogen.

    Die Politik will die Ersatzfreiheitsstrafe möglichst vermeiden. Rechtlich ist sie aber reguläre Folge einer nicht bezahlten Geldstrafe. In diesem Zwiespalt stecken die beteiligten Vollstrecker. Eienerseits wissen sie um die sozialen Probleme der Verurteilten, andererseits müssen die Staatsanwaltschaften eine zügige und nachhaltige Strafvollstreckung sichern. Einige Vollstrecker und Verurteilte übertragen Effizienzkriterien auf das soziale Leben und lassen die Strafe als legitim gelten.

    Die Ersatzfreiheitsstrafe als Bestrafung für gesellschaftlich Gescheiterte? Dr. Nicole Bögelein, Institut für Kriminologie der Universität zu Köln, stellt die empirische Situation der Ersatzfreiheitsstrafe dar und ordnet auf Basis von Interviews mit Verurteilten, Gruppendiskussionen mit Rechtspflegern und Sozialarbeitern sowie auf Basis einer Aktenuntersuchung die widersprüchliche Situation ein. (07.März 2017)

     

  • Chance oder Risiko? – Zur Bedeutung des offenen Vollzuges in Deutschland (Dr. Susann Prätor)
    Der offene Vollzug wird von vielen Strafvollzugsexperten und -bediensteten, insbesondere für Personen mit langjährigen Haftstrafen, als ideale Übergangsform vom geschlossenen Vollzug in die Freiheit betrachtet, da diese Vollzugsform dem Leben in Freiheit viel näherkommt als der geschlossene Vollzug. Im Rahmen des Vortrages wird die Rolle des offenen Vollzuges als Maßnahme zur Resozialisierung im Bereich der indizierten Prävention beleuchtet sowie aktuelle Zahlen zur Nutzung dieser Vollzugsform in Deutschland berichtet. Ergänzend werden Forschungsbefunde u.a. zur Rückfälligkeit nach Entlassung aus dem offenen und geschlossenen Vollzug präsentiert. (07.Februar 2017)
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