„Messprobleme und (kausale) Inferenz in der Kriminologie“
Die Messung von „Kriminalität“ als zentralem Gegenstand der Kriminologie ist durch zahlreiche Konzeptualisierungs- und Messkonflikte gekennzeichnet (z.B. Hellfeld vs. Dunkelfeld, Prävalenz vs. Inzidenz oder Versatilität vs. Intensität). Zusätzlich greifen Kriminolog*innen zur Beschreibung und Erklärung von Kriminalitätsphänomenen auf Konstrukte zurück, die oftmals theoretisch komplex und empirisch schwer zugänglich sind, wie etwa Selbstkontrolle, Moral, Normen, soziale Beziehungen oder Kriminalitätsfurcht. Diese Konstrukte bilden vor allem in den sozial- und verhaltenswissenschaftlichen Feldern eine zentrale Grundlage für die Theoriebildung und empirische Forschung.
Allerdings bleibt das Verhältnis von Theorie, Messung und empirischer Analyse häufig abstrakt. Theoretische Konstrukte werden vielfach verbal beschrieben, über einzelne Indikatoren operationalisiert oder anhand von ad-hoc aggregierten Scores analysiert. Dies wirft grundlegende Fragen auf: Was genau wird gemessen? Wie präzise wird gemessen und wie präzise soll/kann überhaupt gemessen werden? Gibt es explizite Messtheorien und lassen sich daraus Annahmen für Messmodelle ableiten? Und welche Konsequenzen haben Operationalisierungs- und Modellierungsentscheidungen für empirische, insbesondere kausale Schlussfolgerungen?
Die Tagung widmet sich diesen Fragen an der Schnittstelle von Theoriebildung, Konstruktmessung und (kausaler) Inferenz in der kriminologischen Forschung.
Hierzu lädt das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen e.V. (KFN) vom 01.03.2027 (Beginn ca. 10 Uhr) bis 02.03.2027 (Ende ca. 15 Uhr) in den Räumlichkeiten des KFN in Hannover ein. Theoretisch-konzeptionelle Beiträge sind ebenso willkommen wie empirisch-methodische Beiträge. Abstracts von maximal 200 Wörtern können bis einschließlich 16.12.2026 unter MethodLab@kfn.de eingereicht werden.
Bei Interesse einer Teilnahme ohne Beitrag melden Sie sich ebenfalls gerne per Mail. Zusagen/Absagen können wir (auf Grund von eingeschränkten Platzkapazitäten) jedoch erst nach Sichtung aller Einreichungen versenden.
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