Wir laden Sie herzlich zu unserem nächsten Kriminologischen Kolloquium am 02. Juni 2026 um 18 Uhr ein
Substanzkonsum mit dem Ziel der Leistungssteigerung – Prävalenz, Ursachen und soziale Folgen
Gegenstand des Vortrags:
Der gezielte Konsum von Substanzen zur Steigerung der kognitiven Leistungsfähigkeit ohne medizinische Indikation (sognanntes Cognitive Enhancement) hat in den letzten Jahren verstärkte Aufmerksamkeit in Median und Wissenschaft erfahren. Zu den konsumierten Substanzen zählen sowohl frei verfügbare Substanzen (z. B. Koffeintabletten) als auch verschreibungspflichtige Medikamente (z. B. Methylphenidat) und illegale Mittel (z. B. Kokain). Ziel ist die Verbesserung von Aufmerksamkeit, Vigilanz oder Leistungsfähigkeit über das individuelle Ausgangsniveau hinaus.
Aus kriminologischer und sozialwissenschaftlicher Perspektive ist das Phänomen unter anderem mit Blick auf die Prävalenz des Konsums relevant sowie dessen Ursachen und sozialen Konsequenzen. In Kontexten steigender Leistungsanforderungen und intensiven Wettbewerbs kann Cognitive Enhancement als Form instrumenteller Normüberschreitung oder als Strategie zur Bewältigung strukturellen Drucks interpretiert werden. Damit verbunden sind Fragen nach Fairness, sozialer Kontrolle, Gesundheitsrisiken, moralischen Bewertungen sowie nach möglichen Verschiebungen sozialer Normen.
Der Vortrag präsentiert unter anderem Ergebnisse des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekts ENHANCE, der bislang umfangreichsten empirischen Untersuchung zum Thema in Deutschland. Grundlage ist eine bevölkerungsrepräsentative Panel-Befragung von über 25.000 Personen. Untersucht wurden Prävalenzen verschiedener Formen des substanz-basierten Cognitive Enhancements, individuelle und strukturelle Einflussfaktoren (z. B. Persönlichkeitsmerkmale, moralische Überzeugungen, Risikobewertungen, berufliche Stressoren und das soziale Netzwerk), illegale Beschaffungs- und Verbreitungswege sowie soziale Konsequenzen (z. B. die Kooperationsbereitschaft in Teams).
Die Befunde tragen zu einer theoretisch informierten und empirisch fundierten Einordnung von Cognitive Enhancement als sozialem Phänomen bei. Sie liefern zudem Anknüpfungspunkte für Präventionsstrategien in leistungsorientierten Gesellschaften.
Teilnahmevoraussetzungen:
Für Ihre Teilnahme ist eine Anmeldung über unser Online-Formular erforderlich. Den Teilnahmelink erhalten Sie direkt nach der Anmeldung, sodass diese auch noch sehr kurzfristig erfolgen kann. Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Teilnahmebescheinigung wird auf Wunsch ausgestellt und in den Tagen nach der Veranstaltung per E-Mail zugesandt. Das Kriminologische Kolloquium des KFN wird in mehreren Bundesländern, u.a. in Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein, im jeweiligen justizministeriellen Geschäftsbereich Strafgerichte und Staatsanwaltschaften als anerkannte Fortbildungsveranstaltung geführt. Darüber hinaus wird die Teilnahme an der Veranstaltung als Fortbildungsleistung von verschiedenen Anwaltskammern und als föderale Weiterbildung zur Fachpsychologin bzw. zum Fachpsychologen für Rechtspsychologie anerkannt.
- Victimization and its Varied Consequences over the Life Course (Associate Professor Jillian Turanovic)
- Mechanismen eines Mythos: Rituelle Gewalt, Persönlichkeitsspaltung und psychische Kontrolle (Prof. Dr. Andreas Mokros)
- Mit „künstlicher Intelligenz“ von selektiver zu totaler Sozialkontrolle? (Prof. Dr. Klaus Boers)
- Künstliche Intelligenz und qualitativ-rekonstruktive Forschung in der Kriminologie: Was kann sie (nicht)? (Prof. Dr. Nadine Jukschat)
- Die unvermeidbare Ersatzfreiheitsstrafe – warum manche Menschen nicht zu erreichen sind (PD Dr. Nicole Bögelein & Jana Meier)
- Der Kauf von Emotionen – Glücksspiele und ihre Risiken (Dr. Tobias Hayer)
- Psychisch erkrankte Menschen in Haft: Welchen Beitrag kann die Forschung leisten? (Prof. Dr. Johannes Fuß)
- Gender-based online violence against female politicians in West Africa: A case of Sierra Leone (Makalay Sonda)
- Gewalt und System: Begriffe, empirische Befunde und gesellschaftliche Kontexte von Gewalt in der Geburtshilfe (Dr. Tina Jung)
- Virtual reality in crime research: An introduction and review (Prof. Dr. Dr. Jean-Louis van Gelder)
- Lynchgewalt in Lateinamerika (Dr. Enzo Nussio)
- Was nehmen Opfer als gerecht wahr? Sozialpsychologische Erkenntnisse über Strafbedürfnisse, gerechtigkeitsbezogene Zufriedenheit und Empowerment (Prof. Dr. Friederike Funk)
- Abseits des Mainstreams: Potenziale qualitativ-rekonstruktiver Forschung am Beispiel von Jugendkriminalität, Neosalafismus und marginalisierten Stadtteilen (Dr. Katharina Leimbach)
- Aggressionen und Gewalt gegen Politiker*innen in Deutschland – Vorstellung eines deutschlandweiten Forschungsprojekts auf allen politischen Ebenen (Dr. Farina Rühs, Anna Hahnemann, Dr. Anne-Kathrin Kreft & Philipp Müller)
- Coping with emotionally challenging research: Findings from the Researcher Wellbeing Project (Dr. Tina Skinner)
- Proaktive Gewalt und soziale Ordnung (Prof. Dr. Michael Windzio)
- Erste Ergebnisse der Berliner Farm Crime-Untersuchung (Prof. Dr. Kirstin Drenkhahn)
- Übermäßige polizeiliche Gewaltanwendungen – Situationen, Bewertungen und Aufarbeitung (Laila Abdul-Rahman und Prof. Dr. Tobias Singelnstein)
- Sentencing Guidelines in England and Wales: A Pioneer for the German Judicial System (Prof. Julian Roberts)
- Der Entwicklungsverlauf von opioidabhängigen Strafgefangenen nach ihrer Entlassung in Abhängigkeit der Suchtbehandlung (Substitution vs. abstinenzorientiert) (Prof. Dr. Mark Stemmler)
- Diskriminierungserfahrungen und Viktimisierung durch Vorurteilskriminalität – Empirische Einblicke in Betroffenenperspektiven (Prof. Dr. Eva Groß und
Prof. Dr. Joachim Häfele) - Jugenddelinquenz im schulischen und wohnräumlichen Kontext (Prof. Dr. Clemens Kroneberg)
- Sexualität und Gewalt unter Jugendlichen (Prof. Dr. Elisabeth Tuider)
- Die Spätverfolgung von NS-Verbrechen durch die deutsche Strafjustiz (Prof. Dr. Boris Burghardt)
- Evaluation der reformierten Vorschriften über den Menschenhandel im StGB– Ergebnisse einer aktuellen Studie (Nora Labarta Greven und Prof. Dr. Tillmann Bartsch)
- Was bleibt vom Grundrecht auf Sterbehilfe? (Prof. Dr. Bernd Hecker)
- Schwangerschaftsabbruch im Recht (Prof. Dr. Liane Wörner)
- Haft zu Hause versus im Gefängnis – Unterschiede in der Legalbewährung von Strafgefangenen nach elektronisch überwachtem Hausarrest und der Strafhaft in einer Justizanstalt (Cornelia Auer)
- Werte und Einstellungen (muslimischer) Jugendstrafgefangener (Dr. Wolfgang Stelly, Paulina Lutz)
- Terrorismusfinanzierung (Prof. Dr. Frank Saliger)
- Pornographie und sexuelle Selbstbestimmung (Dr. Anja Schmidt)
- Radikalisierung – Empirische Befunde, begriffliche Ambivalenzen und gesellschaftspolitische Konsequenzen (Dr. Julian Junk)
- Resilienz (Prof. Dr. Raffael Kalisch)
- Evaluation des Anti-Doping-Gesetzes (Prof. Dr. Elisa Hoven)
- Wer bestimmt, was man online sagen darf: Regelbildung in digitalen Kommunikationsräumen (PD Dr. Matthias C. Kettemann, LL.M. (Harvard))
- Die Praxis der Verständigung im Strafprozess. Ergebnisse einer bundesweiten Online–Befragung. (Prof. Dr. Jörg Kinzig)
- Cybercrime – Die Diskrepanz zwischen Hell- und Dunkelfeld (Mag. Dr. Edith Huber)
- Amoktaten – Ursachen und Prävention (Prof. Dr. Britta Bannenberg)
- Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch Kleriker (Prof. Dr. Harald Dreßing)
- Clankriminalität (Prof. Dr. Dorothee Dienstbühl)
- Rechtspopulismus in der Arbeitswelt. (Björn Allmendinger)
- Scharia als Weg zur Gerechtigkeit? Eine Analyse der Rezeption salafistischer Online-Videos durch junge Menschen. (Lino Klevesath, M.A & Annemieke Munderloh, B.A, Forschungsstelle FoDEx, Institut für Demokratieforschung (Uni Göttingen))
- Wen kontrolliert die Polizei? Erkenntnisse zum Ethnic Profiling im Großstadtrevier (Dr. Daniela Hunold)
- Gewalt und Konflikte in der öffentlichen Verwaltung (Prof. Dr. Johanna Groß)
- Religion und Gewalt (Johannes Beller, M.Sc.)
- Alles nur ein Spiel?! Agressive Fantasien als Prädiktoren aggressiven Verhaltens? (Prof. Dr. Rebecca Bondü)
- Turning to political violence: The Emergence of Terrorism (Dr. Marc Sagemann)
- Hirnbiologische Grundlagen gewalttätigen Verhaltens (Prof. (em.) Dr. med. Bernhard Bogerts)
- Politisch motivierte Gewalt unter Jugendlichen – Ausgewählte Ergebnisse einer quantitativen Schülerbefragung (Dr. Alexander Yendell und Julia Schuler)
- Delinquenz bei jugendlichen Immigranten: Ein migrationsspezifisches Phänomen oder jugendtypisches Verhalten? (Prof. Dr. Peter F. Titzmann)
- Cybercrime – Aktuelle Entwicklungen eines neuen Deliktfeldes (Andreas May und Dr. Benjamin Krause)
- Ideologisierte Islamauslegungen bei jungen Menschen (Dr. Anja Frank)
- Suchterkrankungen – Wer gerät in den Sog der Abhängigkeit? (PD Dr. Hans-Jürgen Rumpf)